Datenschutz

 

Datenschutzpannen

Drei von vier deutschen Internetnutzern sind in sozialen Online-Netzwerken aktiv Sie haben sich bei Facebook und Co. wie bei einem virtuellen Einwohnermeldeamt mit Namen, Geburtsdatum, Wohnort und E-Mail-Adresse angemeldet. Dadurch werden zahlreiche persönliche Daten freigegeben ohne den Datenschutz eine angemessene Bedeutung beizumessen.

In den letzten Jahren, in denen sich soziale Netzwerke immer mehr etablierten, kam es immer wieder zu schwerwiegenden Datenschutzpannen. Trotz der Versuche einiger renommierter Tester die Netzwerke hinsichtlich des Datenschutzes zu bewerten und auf Lücken aufmerksam zu machen, kam es zu großen Datenschutzskandalen. Oft waren hiervon grade die großen sozialen Netzwerke um Facebook und die VZ-Netzwerke betroffen mit Millionen von Mitgliedern.

Stiftung Warentest teste vor einem Jahr die sozialen Netzwerke, die in Deutschland eine sehr große Beliebtheit auf Ihre Nutzer auswirken, und kam zu dem Ergebnis, dass viele der getesteten Netzwerke große Mängel aufweisen. [test 4/2010, 40][i] Neben Stiftung Warentest, testeten weitere renommierte Tester, wie Öko-Test und der TÜV soziale Netzwerke, alle mit ähnlichen Ergebnissen. Schwerpunkt bei den Untersuchungen waren der Datenschutz, evtl. vorhandene Sicherheitslücke und die AGB’s der sozialen Netzwerke.

Aber auch die Testergebnisse können den Nutzern solcher Netzwerke keine Sicherheit geben. Diese stellen allenfalls eine Empfehlung dar, können aber keine Garantie aussprechen. So kam es bei SchülerVZ, welches trotz Ausstattung mit TÜV-Siegel und von Öko-Test in puncto Datenschutz mit "Sehr gut" bewertet wurde, zu einem großen Datenschutzskandal. Dabei wurde es Hackern auf einfache Weise ermöglicht mit einem speziellen Tool, Daten von insgesamt 1,6 Millionen Nutzern abzugreifen. Darunter waren sehr persönliche Daten der Mitglieder, wie deren Name, Alter, Geschlecht, Schule, Beziehungsstatus, politische Einstellung, Hobbys und Beschreibungen zur Person.

Auch Facebook musste im April 2010 eine große Sicherheitslücke feststellen. Bei einer schwerwiegenden Datenpanne bedingt durch einen Fehler bei einem Aktualisierungsversuch durch das Netzwerk, wurden die E-Mail-Adressen aller etwa 400 Millionen Mitglieder trotz anderer Einstellungen im Profil öffentlich angezeigt.

Nur einen Monat später im Mai 2010 sorge Facebook wieder für negative Schlagzeilen. In diesem Fall konnten Chats von Nutzern, die eigentlich als nicht öffentlich gekennzeichnet waren, über Stunden hinweg mitgelesen werden. Es wurde somit Nutzern ermöglicht in Chats zu gelangen, ohne dass diese davon Kenntnis hatten. Der gravierende Fehler resultiert nach Unternehmensangaben aus einer Änderung in den Profileinstellungen. [www.tarife-verzeichnis.de, 17.05.2011][ii]

Und erst Ende Mai 2011 stellte ein Sicherheitsexperte bei dem führenden Business-Netzwerk LinkedIn, kurz nach dessen Börsengang, eine erhebliche Sicherheitslücke fest, die es Hackern erlaubt auf einfache Weise, ganze Profile zu übernehmen. Und zwar benötigt ein Hacker hierfür nicht einmal das Passwort um auf die Profile der LinkedIn-Nutzer zuzugreifen. Verursacht wird diese Sicherheitslücke durch Cookies, die LinkedIn anlegt, in denen die Zugangsdaten des Nutzers temporär abgelegt werden. Im Falle von LinkedIn werden diese sensiblen Daten unverschlüsselt abgelegt. Sollte ein Hacker also diese Daten kapern, wäre ein uneingeschränkter Zugang zum Profil möglich. Verschlimmert wird die Situation dadurch, dass die LinkedIn-Cookies ein Jahr gültig sind. Zum Vergleich: Cookies beim E-Banking laufen nach nur wenigen Minuten ab. [www.pcgameshardware.de , 20.05.2011][iii]

Die aufgeführten Beispiele zeigen deutlich auf, wie unsicher die angegebenen Daten in sozialen Netzwerken sind. Trotz der immer wieder auftretenden Pannen sinkt zwar das Vertrauen in die Netzwerke aber dies ist für viele User noch kein Grund sich mehr mit dem Datenschutz auseinander zu setzten. Die User müssen sich nicht nur Sorgen machen, dass die sozialen Netzwerke durch Angriffe von außerhalb heimgesucht werden könnten, sondern auch der leichtfertige Umgang der Netzwerke mit den persönlichen Daten ihrer Mitglieder stellt ein großes Problem dar.

 

Datenverwendung

Trotz all dieser Ereignisse geben immer noch viele Nutzer gutgläubig ihre persönlichen Daten in Netzwerken an und stellen sich dabei nicht die Frage in welchem Umfang der Betreiber seine Daten nutzen darf. Wären die Nutzer hierrüber aufgeklärt, würden mit Sicherheit einige User zum Umdenken gebraucht werden, denn durch das akzeptieren der Allgemeinen Geschäftsbedingungen gibt der User dauerhaft das Nutzungsrecht an seinen personenbezogenen Daten und Fotos ab. Man erlaubt, bei genauerem Studieren der AGB’s, sogar die Weitergabe und den Verkauf seiner Daten. [www. www.aufrecht.de , 16.05.2011][iv]

Nachdem man sich im Klaren ist, was mit den eigenen Daten gemacht werden kann, stellt sich die Frage, ob diese Daten vom eigenen Profil überhaupt gelöscht werden können. Hierzu ist zu sagen, dass die Daten auf diversen Servern rund um die Welt gespeichert werden. Man kann seine eingegebenen Daten natürlich löschen, fraglich ist allerdings ob diese dann auch von den Servern gelöscht werden. Eine Möglichkeit ist evtl. echte Daten gegen fiktive Daten zu ersetzten, aber dabei besteht auch keine Sicherheit, ob es nicht Zwischenspeicher gibt. Grundsätzlich sollte man sich im Klaren sein bevor man persönliche Daten über sich preisgibt: das Internet vergisst Nichts!

 


Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!